Deutscher Tierschutzbund
 
 

Kätzchen

EKH, weiß-getigert, weiblich, *ca. 2012
(Wohnungshaltung)

Katzen wie Kätzchen sind uns bisher selten begegnet. Gott sei Dank muss man sagen, denn solche Katzen sind mehr als schwer vermittelbar und wie lange es noch dauern wird, bis wir für Kätzchen das passende Zuhause gefunden haben; wir wissen es nicht.

Kätzchen lebte unseren Recherchen nach in Einzelhaltung, bei einem alleinstehenden Mann in tierschutz- aber auch menschenunwürdigen Bedingungen und wurde in der Wohnung mit einer Falle eingefangen, da es ansonsten nicht möglich gewesen wäre sie einzufangen.

Im Tierheim in der Quarantänebox angekommen, zeigte sich die ältere, unkastrierte Lady mehr als ungehalten. Sicherlich sind viele Katzen bei Ankunft erst mal durch den Wind, aber Kätzchen wäre einem da sicherlich aus Panik ins Gesicht gesprungen. Bereits da vermuteten wir dass hier etwas anders ist als bei anderen Katzen.

Bei der Kastration wurden einige Untersuchungen durchgeführt, aber raus kam nichts. In voller Hoffnung auf Besserung zog Kätzchen dann irgendwann ins Gruppenzimmer. Von da an lebte sie jedoch als Geisterkatze und war nie zu sehen. Kontaktaufnahmen unsererseits quittierte sie mit Aggression wenn sie nicht flüchten konnte.

Tatsächlich adoptierte sie dann ein junges Pärchen. Quasi ungesehen und ohne sie angefasst zu haben. Zu aller Erstaunen taute Kätzchen dort nach wenigen Tagen extrem auf und stand mit Spielangel im Wohnzimmer. Wir waren mega happy. Alle erst mal happy. Ja, bis das Verhalten von Kätzchen umschlug und sie teils aggressives und unsauberes Verhalten zeigte. Auch der Versuch ob es bei einer älteren, alleinstehenden Dame klappt, scheiterte mit gleichen Verhaltensweisen.

Also kam Kätzchen leider zurück ins Tierheim, wo sie wieder die Geisterkatze war. Teils hörte man sie tief knurren, wenn man das Zimmer betrat, wo sie irgendwo unter der Decke lag.

Wir haben sie dann in einer Klinik für viel Geld wirklich komplett auf den Kopf stellen lassen. Einschl. MRT etc. Raus kam nichts! Nichts was dieses Verhalten nur annähernd erklärt hätte. Aber wir entschlossen uns gemeinsam mit der Klinik für eine medikamentöse Begleitung. Denn das Leben welches Kätzchen in dem Zimmer führte, das war kein Leben. Lange dachten wir: Bringt auch überhaupt nichts. Dann nach 7 Wochen endlich eine Veränderung. Kätzchen kam immer häufiger aus ihrem Versteck heraus. Sie sitzt häufig am offenen Fenster, sie kommt sogar aus der Tür ihres Zimmers gelaufen und streift einem um die Beine.

Der katzenerfahrene Mensch wird auf den Videos zwar erkennen, dass dieses umherstreifen nicht nur freundlich ist, aber wir sehen dies alles als riesigen Fortschritt. Anfassen tun wir sie nach wie vor nicht, da wir wissen, dass dies auch nicht wirklich ihr Wunsch ist. Aber dennoch sind wir happy und glauben, dass auch Kätzchen nun wieder etwas glücklicher ist. Und auch wirklich die Chance hat, ihre Menschen zu finden.

Einfach mal sagen: Die hol ich, ist hier einfach nicht. Die Adoption kann nur zu Menschen erfolgen, die wissen was auf sie zukommt. Eine traumatisierte Katze, die erfahrene Halter braucht, die gemeinsam mit ihr durch Täler gehen, die von Aggression und Unsauberkeit geprägt sein werden. Ob sich das gibt wissen wir nicht. Andere Tiere und Kinder dürfen nicht im Haushalt sein.

Ja, wir wissen, dass dies wirklich mal wieder die Nadel im Heuhaufen wird, aber eine weitere Vermittlung muss wirklich die Letzte sein und die Fortschritte, die es jetzt zu verzeichnen gibt, dürfen nicht zerstört werden.

Kontakt

Tierschutzverein Zweibrücken
Stadt & Land e.V.

Ernstweilertalstr. 97
66482 Zweibrücken
Tel: 06332 76460
Fax: 06332 2090920
info(at)tierheimzweibruecken.de


TIERVERMITTLUNG
nach Terminvereinbarung

BÜRO-/TELEFONZEITEN/GASSIGEHEN
Montag, Dienstag, Donnerstag
14.00 - 17.00 Uhr
Samstag
9.00 - 12.00 Uhr (Hunde meist alle durch Stammgassigeher belegt - Interessenten haben natürlich Vorrang)

 

 

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