Ben

Moskauer Wachhund
männlich, kastriert, geb. Mai 2021

Ben wartet nun leider schon über 3 Jahre auf ein Zuhause bei uns (im Tierheim seit Juli 2022) und zugegeben: Es ist nicht so, dass wir uns fragen, warum Ben denn niemand haben will. Und wenn wir ehrlich sind, glauben wir kaum, dass Ben je vermittelt wird. Nicht, weil wir so hohe Auflagen für ihn haben, sondern weil Ben die selbst vorgibt.

Kein Tierheim benennt es gerne so öffentlich, weil man fürchtet, dass dann erst recht niemand nach dem Hund fragen wird, aber spätestens bei einer Anfrage muss man die Dinge dann ja doch beim Namen nennen. Auch wenn Ben häufig ganz süß schaut und im ersten Kennenlernen teilweise recht lustig und lieb wirkt. Situativ ist er einfach ein gefährlicher Hund.

Macht ein Hund Dinge, die Ben so tut, aber nur 10 kg wiegt, dann mag das vielleicht noch halb so schlimm sein. Wiegt er jedoch etwa 60 kg, wie im Fall von Ben, dann kann das schon nervenaufreibend sein und ja, da kommt wieder das Wort „gefährlich“.

Kommen wir auf das Thema fehlgeleitetes Beutefangverhalten… So verüben Dinge wie Bälle, Stofftiere etc. auf Ben eine magische Anziehungskraft aus. Selbst wenn sie einfach nur bewegungslos auf dem Boden liegen. Wer hier einmal gesehen hat, wie Ben in einen Tunnel gerät, wird spätestens da selbst draufkommen, dass solche Dinge für Ben sowas von tabu sein müssen und er sich konsequent von all dem fernhalten muss und weiter lernen muss, sich selbst zu regulieren.

Den erfahrenen „Hundler“ wird es nicht wundern, dass sich das fehlgeleitete Beutefangverhalten und seine mangelnde Frustrationstoleranz auch auf andere Dinge im Alltag auswirken. So muss er von kleinen Hunden und Katzen/Kleintieren ferngehalten werden, weil er die schlicht und ergreifend töten würde. Auch viele Rüden und kleine Hunde fallen in sein Beuteschema. 

Dass Ben in einigen Dingen Auffälligkeiten zeigt, war uns spätestens da bewusst geworden, als wir uns ihn uns mit Artgenossen und Spielzeug angeschaut hatten. Vergessen darf man nicht, dass Ben mit Hunden vermutlich in keiner Weise sozialisiert wurde. Er kannte sie vermutlich bis zum Alter von 1,5 Jahren (so alt war er bei Ankunft) am Gartentor vorbeilaufen, was ihn bereits als junger Welpe gefrustet hatte. Ihn mal eben ungesichert mit einem Hund zusammenzulassen, geht schief. Er kann sich hier tatsächlich ohne Anleitung verlieren und findet selbständig kaum noch den Weg heraus. Eine große souveräne Hündin könnte klappen. Frontale Hundebegegnungen beim Spaziergang – noch dazu mit pöbelnden Hunden – sind leider ein großes Thema… Kraft kann hier nicht die Lösung sein, da man ihm mit zunehmendem Gewicht schlicht nicht mehr gehalten kriegt, wenn er auf den passenden Hund trifft.

Training im Bezug auf die Orientierung am Menschen in der Leinenführigkeit macht richtig Spaß mit ihm. Das Laufen an durchhängender Leine klappt immer besser. Selbst das Training an der Hasenzugmaschine – wo er selbstverständlich nicht hinterherrennen durfte, klappte mit Anleitung auch ohne Leine. Auch das Laufen an lockerer Leine durch unsere Hofkatzen ist möglich. 

Er hat bisher nie drinnen gelebt und wir sind offen für (fast) alles, was nicht tierschutzrelevant ist. Klar ist halt, dass es kein Hund für einen Bauernhof ist, der mit x-Dingen dort klarkommen muss.

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